Rezension: Was die Spiegel wissen | Maggie Stiefvater

Autor: Maggie Stiefvater
Originaltitel: Blue Lily, Lily Blue
USA 2014

Dritter Band (The Raven Cycle)
448 Seiten
Verlag: script5
Genre: Contemporary Fantasy/Young Adult

ISBN: 978-3-7855-8330-2
Erschienen: September 2015 (dt.)
Übersetzer: Sandra Knuffinke, Jessika Komina

Zum Buch

Inhalt

Es wird Hebst in Henrietta. Blue und die vier Raven Boys suchen noch immer nach dem Grab des walisischen Königs Glendower. Fast glauben sie sich am Ziel, als Adam eine beunruhigende Vision hat: Im magischen Wald Cabeswater gibt es drei Schlafende. Einer von ihnen darf unter gar keinen Umständen geweckt werden. Die Frage ist allerdings, welcher es ist und was geschieht, wenn er trotz aller Vorsicht aufwachen sollte. Währenddessen hat Blue ganz andere Sorgen: Ihre Mutter ist verschwunden und außer einer mysteriösen Nachricht gibt es keine Spur von ihr. Und dann sind da noch Blues Gefühle für Gansey, gegen die sie vergeblich anzukämpfen versucht. Denn ein Kuss von ihr könnte seinen Tod bedeuten …

»Besonders drei«, murmelte sie. »Die geweckt werden müssen. Das heißt nein. Nein. Zwei. Einer von ihnen darf nicht geweckt werden.«
Persephone war noch nie besonders gut darin gewesen, zwischen richtig und falsch zu unterscheiden. Aber in diesem Fall hatte der dritte Schlafende definitiv etwas Falsches an sich.

Seite 11

Aufmachung

Wieder einmal passt die deutsche Aufmachung im eigentlichen Sinne zu der Handlung, findet der Titel wortwörtliche Erwähnung im Buch, doch ist das Original noch einmal treffender, zumal Blue Lily, Lily Blue Teil einer Prophezeiung ist. Es ist wahrlich seltsam, dass das Wort „Lilie“ im deutschen Titel des zweiten Bandes verwendet wird. Zudem gefallen mir die englischen Ausgaben von ihrem Coverdesign schlichtweg besser, zumal sie etwas Mysteriöses an sich haben.

Eigene Meinung

Auch wenn ich bisher manchmal meine Probleme mit dieser Buchreihe hatte (trotz meiner positiven Bewertungen), so ließen mich die Charaktere und die Geschichte nicht los. Somit war ich froh, endlich wieder in diese fantastische und andersartige Welt eintauchen zu können.

Die Suche nach Glendower bekam ganz neue Ausmaße als Adam zu den Augen Cabeswater wurde und Blues Mutter auf der Suche nach dem Vater Blues verschwand. Nun, Wochen sind vergangen, erreicht eine Vision von drei Schlafenden Adam. Einer darf geweckt werden, ein anderer nicht. Bei dem dritten ist es ungewiss. Die Frage ist, wer von den Schlafenden ist wer. Zudem sind sie schwerer zu finden als gedacht.

Während sich der vorherige Band auf Ronan und seine mit Cabeswater zusammenhängenden Fähigkeiten konzentrierte, liegt das Augenmerk in diesem Teil auf Adam, der sich mehr und mehr aus Sicht der anderen verändert und mit Cabeswater verbindet. Es ist faszinierend, wie anders dieses Buch verglichen mit anderen dieses Genres ist. Der Schreibstil hat seine ganz eigene und sehr gute Charakteristik, aber teilweise verwirrt er durch die verschiedenen Perspektivwechsel der Kapitel, sodass es manchmal kurzzeitig zu Verwechslungen kommen kann, welchem Charakter sich nun zugewandt wird, da ihre Namen nicht zu Beginn wie in anderen Büchern Erwähnung finden. Doch gleichzeitig kann man der Geschichte sehr gut folgen.

Das Buch bringt ganz andere Gefühle und Stimmungen als viele andere auf, dies teils durch die fesselnden Beschreibungen und übernatürlichen Elemente, all die geheimnisvollen Orte, und die Charaktere, denn wieder einmal sind sie etwas, das eine große Präsenz besitzt und Interesse weckt. Ob positive oder negative Figur, sie alle rufen eine unbeschreibliche Sympathie hervor und fügen sich wunderbar in die Handlung ein, obschon eine Person zusehends nervt, vorrangig als zum Schluss schlichtweg nicht mit Worten gewisse Probleme gelöst werden, eine Frage nach ihrer Gesinnung und sie wäre möglicherweise kooperativer gewesen.

Für mich schafft es Maggie Stiefvater immer wieder ungeahnte Wendungen zu schaffen. Leider ist das Ende war im Vergleich zu der Unvorhersehbarkeit und den vielen überraschenden Plottwists im Buch, auf die man teils sehnsüchtig wartet und die einen anderen Weg beschreiten als man es gewohnt ist oder vielleicht auch denken würde, komplett vorhersehbar und dies schon das ganze Buch über und mag es nicht so recht in den eigentlichen Klang dieses Bandes passen. Zudem kommt das Fehlen äußerer Einwirkungen. Es wird sich zunehmend nur auf Glendower, Cabeswater et cetera konzentriert und das nebenbei Erwähnte ist nicht mehr so tiefgründig, obschon es andere Seiten der Charaktere aus Betrachtungsweise von Außenstehenden zeigt, wodurch man merkt, wie sie sich verändern, mehr abschotten und selbst nicht wahrnehmen, wie sehr sie andere abstoßen und wie groß der Einfluss all der paranormalen Geschehnisse auf ihr Leben ist.

Fazit

Es ist schlichtweg erfrischend schön eine Lektüre wie diese zu lesen, bei welcher die Geschichte etwas Natürliches und Selbstverständliches an sich hat, nichts Erzwungenes und keine im direkten Vordergrund stehende Liebe. Trotzdem fehlt diesem Band etwas, das er am Anfang besitzt, eine ganz bestimmte Tiefe, was einen allerdings erst im Nachhinein klar wird und einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt. Und dennoch bin ich gespannt auf das große Finale, auch wenn ich danach die Charaktere in ihrer Einzigartigkeit vermissen werde.


4/5 ★


Es handelt sich hierbei erneut um eine alte Rezension, die 2016 verfasst wurde und die ich lediglich leicht verändert von meinem alten Blog übernommen habe. Im Sinne der Vollständigkeit möchte ich alle Rezensionen zu vorherigen Bänden einer Reihe hochladen, wenn ich meine Meinung zu einem anderem Band teile, welchen ich erst kürzlich nach allzu langer Zeit gelesen habe.

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