Rezension: Dreams of Gods and Monsters | Laini Taylor

Autor: Laini Taylor
USA 2014

Dritter Band (Daughter of Smoke and Bone)
625 Seiten
Verlag: Hodder & Stoughton
Genre: Urban/Low Fantasy

ISBN: 9781444722741

dt. Titel: Dreams of Gods and Monsters
Übersetzer: Christine Strüh, Anna Julia Strüh

Zum Buch
Zum Buch (deutsche Ausgabe)

Inhalt

Was würdest du geben, damit das Gute siegt?

Wie weit würdest du gehen, um deine Welt zu beschützen?

Wen würdest du retten, wen verraten?

Als der brutale Seraphim-Regent Jael seine Armee in die Welt der Menschen bringt, werden Karou und Akiva endlich wiedervereint – nicht als Liebespaar, aber in einer Allianz gegen ihren gemeinsamen Feind. Der Traum, den sie einst zusammen geträumt hatten, sah anders aus, aber sie kämpfen dennoch um Frieden und einen Neuanfang für Chimären und Engel. Und für sie beide …

Out of betrayal and desperation, amid hostile beasts and invading angels and a deception that felt like an explosion waiting to happen, somehow, here was a beginning.

Seite 30 (Kindle E-Book)

Aufmachung

Wie wundervoll die deutsche Edition, angelehnt an die ursprüngliche US-Ausgabe, doch ist. Nachdem mir der zweite Band nicht sonderlich zusagte, auch nicht in verbindung mit dem Inhalt, trotz der kleinen Details der Zeichnungen, überzeugt mich das Aussehen des Finales jedoch sehr. Die Silhouetten der Gebäude verschiedenster Orte unserer Erde passen ebenso gut zu der Geschichte wie der Titel.

Nun gibt es auch noch eine Neuauflage der Trilogie, die mich plötzlich die Palette der Neonfarben mögen lässt. In ihrer Andersartigkeit stechen sie nicht nur heraus, sondern zeigen auch eine interesse Sicht auf die Handlung.

Eigene Meinung

Es ist vorbei. Es ist wahrlich vorbei. Möchte ich zum Zustand des Nie-Beendens der Reihe zurückkehren? Ja. Nein? Nein. Selten habe ich ein Finale so sehr genossen.

And the angels all went quietly home and no one died. The end. Fat chance of that.

Seite 163 (Kindle E-Book)

Was unter allen Umständen hätte vermieden werden sollen, war der Kontakt zwischen der Armee Jaels und der Welt der Menschen. Ein Krieg mit Waffen, die dem bekannten Wort der Zerstörung eine gänzlich neue Bedeutung gegeben hätte. Nun sind die Engel zu den Menschen getreten, während sich die Kämpfer unter Akiva und jener Thiagos zusammentun müssen, um Jael aufzuhalten – etwas, das es bisher noch nie gegeben hat und nur einen schlechten Weg einschlagen kann. Dennoch ist es die letzte Hoffnung.

»There is the past, and there is the future. The present is never more than a single second divising one from another. We live poised on that second as it’s hurtling forward – toward what? All our lives, it’s been the Empire propelling us – toward the annihilation of the beasts – and that has come and gone. It belongs to the past, but we’re still alive, less than three hundred of us, and we’re still hurtling forward, toward something, but it’s not up to the Empire anymore. […]«

Seite 72 (Kindle E-Book)

In Kontrast zu den beiden anderen Reihen beginnt das Finale mit der Einführung eines neuen Charakters, welcher scheinbar willkürlich wirkt, trotz der Verbindung zum Titel und der anfangs zufälligen Beziehung zu den Geschehnissen. Genau genommen war ich dadurch äußerst irritiert, als ich mit dem Lesen begann, da ich zwar offenbar den gleichen, einzigartigen Schreibstil vor Augen hatte, mich aber wunderte, ob ich tatsächlich das richtige Buch in der Hand hielt. Aber Taylors Art des Schreibens ist wieder einmal unverwechselbar, sodass man sich sicher sein kann, ein Buch aus ihrer Feder zu lesen, bis die bekannten Figuren auftreten. Das Verhältnis zwischen der gegenwärtigen Handlung und Beschreibungen der Umgebung als auch Gedanken ist so überaus harmonisch gehalten und verbunden, dass sich die Texte tatsächlich wie natürliche Gedankengänge anfühlen und Details dementsprechend nicht erzwungen wirken. All die Gefühle und teils charakteristischen Eigenschaften der Erzählweise je nach Person, so beispielsweise Zuzanas unverkennbare Art, machen es umso leichter der Geschichte zu folgen. Es sind unter anderem die kleinen Details, die mich diese Reihe lieben lassen, wie die hingebungsvolle Beschreibung des Hebens einer Augenbraue und der Gefühle dahinter. Es sind all die herausstechenden Aussagen, die mich plötzlich Zitate herausschreiben oder markieren lassen, wofür ich normalerweise kein Verlangen habe. Es sind all die schönen Sätze, all die geäußerten Wahrheiten des Lebens, der Welt, der Gefühle, all die Metaphern und selbstverständlich der herrliche Humor. Simple Worte lassen einen innerlich spüren, wie die Ereignisse an den Figuren zehren und wie tief ihre Trauer reicht, schlichtweg mittels minimaler Änderung im Umgangston. Man weiß, dass nicht alles schön sein kann, woraufhin man sich aus Angst und mit unvermeidbarem Herzrasen fürchtet, die nächste Seite aufzuschlagen und dennoch erlangt man die Gewissheit, dass es den Hauptfiguren schlussendlich gut ergehen wird, trotz des bisher Geschehenem und der verstorben Figuren. Und es hat mich nicht gestört, denn ist es wie die Grundessenz dieser Geschichte. Es ist dieser Funken Hoffnung, der Karou von Beginn an begleitet hat, ungeachtet des einhergehenden Schmerzes und Leidens. Man wünscht sich den Charakteren ein angenehmes Ende, weil sie nur ein Leben voll Leid erfahren haben, weil man tatsächlich an jedem der sich voneinander differenzierenden und ebenso neuen, faszinierenden Personen hängt, die unterschiedlichste Ansichten und Kulturen mit sich bringen.

Diese Reihe zeigt eine herzzerreißende Liebe, wie ich sie bisher nicht anders gelesen habe und welche meine Vorstellung diebezüglich wohl mein Leben lang prägen wird. Dabei ist sie nicht eindimensional oder immer gleich. Sie wird wie beispielsweise von Karou hinterfragt, als sie realisiert, dass sie Akiva eigentlich nicht kennt, und ist Teil der Erwähnung der Vergangenheit, welche nicht vergessen und ebenso wenig unnötig hervorgedrängt wird, sondern als prägende Erinnerungen in den passenden Situationen auftaucht.

Karou had drawn two monstrous men facing each other across a table, and in front of each other was an enormous bowl of … people.

[…]

»I kept thinking about that drawing in the war council, and our part in all of this. We cheat the bowl. We keep filling it back up, and the monsters keep stabbing their giant forks in, and because of us, there’s always more for them to eat. We never lose but we never win, either. We just keep dying. Is that what we do?«

Seite 163 (Kindle E-Book)

Hinzu kommt, dass die Handlung noch eine weitere aufzeigt, die eine größere Bedeutung innehat und im Endeffekt in kleinsten Hinweisen seit Anfang der Geschichte in Erwähnung tritt, wobei ich liebend gern mehr bezüglich des Magiesystems der Stelions erfahren würde, welches mit einer Anhäufung an Informationen genauer eingeführt wird. Doch wird die Vorgeschichte in ausreichendem Maße in dieser Reihe angesprochen, um Teil, aber nicht überwältigend einnehmend zu sein. Eher würde sie in eine eigene Erzählung passen, getrennt von der Geschichte Karous.

Fazit

Für mich ist dies als solches ein wunderbares Ende einer mir sehr geliebten Reihe. Es weckt viele Gefühle in mir und mag es möglicherweise einen schönen Schleier vor meine Augen legen, der mich vergessen lässt, dass zufälligerweise die richtigen Personen beisammen stehen, hinter welchen mehr verborgen ist und geliebte Figuren mit ziemlicher Gewissheit nicht in Gefahr sind, was sie nicht davor schützt, zu leiden. Im Vergleich mit dem zweiten Band habe ich die Beschreibungen von Eretz besser wahrnehmen und mir eine sofortige, klare Vorstellung imaginieren können. Die Veränderung Karous und ihrer Mitstreiter ist greifbar, ebenso sind es die Emotionen, wenn zum Beispiel zwei verfeindete Lager aufeinandertreffen und die Absurdität von Verständnis der Normalität Zweifel hervorbringt. Es ist schön das Ende der Handlung kennengelernt zu haben, sofern man keinen Groll gegen diese hegt und unter Umständen dieses lange Werk in mehreren, zeitlich länger voneinander getrennten Sitzungen liest, und mochte ich wohl stets, tief in meinem Unterbewusstsein die Art einer dramatischen Liebesgeschichte, wie sie hier überbracht wird.


5/5 ★


Da es all die zahlreichen, in meinen Augen wundervollen Zitate gibt, erliege ich dem Zwang, sie hier zusätzlich erwähnen zu müssen:

»I’m starting to question our choices of life skills,« she whispered to him.
»I know. Why aren’t we samurai?«
»Let’s be samurai,« she said.

Seite 18 (Kindle E-Book)

»Why don’t you have a pegasus in this company?« […] »A nice docile flying horse to ride, with a fluffy mane instead of spikes, like floating on a cloud.«
»Because nothing is more terrifying to the enemy than a pegasus.«

Seite 43 (Kindle E-Book)

»We have so many enemies […]« […] »Most of them are our birthright, inherited like a duty, but the ones we make for ourselves are special. We should choose them with care.«

Seiten 44-45 (Kindle E-Book)

»What’s wrong with the sky?«
»It’s tired,« said the girl with a shimmer in her eye that was like the sparking of a stirred fire. […] »It aches,« […] »It is very old, you know.«

Seite 59 (Kindle E-Book)

How do you just thrust „I love you“ out into the ait? It needs waiting arms to catch it.

Seite 206 (Kindle E-Book)

Characters always had just the right random skill set to match the situation at hand. Like, Thank god for that summer on an uncle’s smuggling boat and the handsome deckhand who taught me celestial navigation. Ha.

Seite 236 (Kindle E-Book)

[…] you had to battle your brain to convince it he was real; seriously, that’s what it was like, looking at Akiva; her brain wanted to be all Pshaw, he’s obviously Photoshopped, even when he was right in front of her […]

Seite 362 (Kindle E-Book)

He imagined the Pope standing on the dome of St. Peter’s with a giant butterfly net: Caught me some angels!

Seite 389 (Kindle E-Book)

There’s much more, obviously. MUCH MORE. Help.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s