Rezension: Aurora Rising | Amie Kaufman, Jay Kristoff

Autoren: Amie Kaufman, Jay Kristoff
AUS/USA 2019

Erster Band (Aurora Cycle)
480 Seiten
Verlag: Knopf Books (for Young Readers)
Genre: Space Opera/Young Adult

ISBN: 9781524720964

Zum Buch

Inhalt

Wir schreiben das Jahr 2380 und die Kadetten der Aurora Akademie haben ihre erste Mission nach ihrem Abschluss zugeteilt bekommen. Der Sternschüler Tyler Jones ist bereit, die Mannschaft seiner Träume zu rekrutieren, doch aufgrund seines dummköpfigen Heldenmuts ist er nun mit dem Bodensatz, den niemand der Akadmie haben wollte, geschlagen …

Eine großspurige Diplomatin mit einem schwarzen Gürtel in Sarkasmus
Eine soziopatische Wissenschaftlerin mit der Vorliebe ihre Mitbewohner zu erschießen
Ein besserwisserischer Technik-Genie mit dem größten Schaltkreis der Galaxie auf seiner Schulter
Ein außerirdischer Krieger mit Problemen der Aggressionsbewältigung
Ein Wildfang einer Pilotin, welche definitv nicht auf ihn steht, solltest du dich das gefragt haben

Und Ty’s Mannschaft ist nicht einmal sein größtes Problem – dieses ist nämlich Aurora Jie-Lin O’Malley, jenes Mädchen, welches er kürzlich aus dem interdimensionalen Weltraum gerettet hat. Gefangen in einem Cryoschlaf für zwei Jahrhunderte, ist Auri ein Mädchen einer andereren Zeit. Aber könnte sie der Auslöser eines Krieges sein, der seit Jahrmillionen im Entstehen war, und Tyler’s Trupp der Loser, Disziplinfälle und Außenseiter könnte möglicherweise die letzte Hoffnung der ganzen Galaxie sein.

NIEMAND GERATE IN PANIK.

We may be the dregs of Aurora Academy. Most of us are in this squad because nobody else would have us. But it seems we are being punished for something we haven’t done yet.

Seite 100

Aufmachung

Es ist schön zu sehen, dass immer mehr Künstler die Chance bekommen, ein Cover für Bücher zu gestalten. Auf diese Art werden Gesicht plötzlich interessant, auch wenn dadurch sehr die eigene Vorstellung der Figuren gelenkt wird.

Der Beschreibung des Buches nach passt die Darstellung Auroras sehr und ebenso ist der Titel stimmig mit dem Inhalt. An sich ist es ein schön anzusehendes Cover eines Buches, welches das Sci-Fi-Thema auch innerhalb mit Informationsseiten, gestaltet wie ein digitales Lexikon oder dergleichen, weiterführt.

Eigene Meinung

Bewegt man sich im Science-Fiction-Bereich der Bücher für junge Erwachsene, kann man es nur schwer vermeiden, zumindest die Namen dieses Autorenduos zu hören. Anstatt mit jener Reihe zu beginnen, die sie vor allem bekannt gemacht hat, griff ich nach diesem Auftakt.

Im Zuge der Entdeckung der Folds im Universum und die durch sie erleichterte Reise zu anderen Planeten und Sonnensystemen, entscheidet sich Aurora Teil der neuen Bewohner von Octavia zu werden, nur um Jahrhunderte später als die einzige Überlebende des für immer verloren geglaubten Schiffs Hadfield in einer Welt zu erwachen, in welcher behauptet wird, dass Octavia nie das Ziel ihrer Reise war. In einer Welt, in welcher Menschen mit Vertretern anderer Spezies die Aurora Academy besuchen. Ihr einziger Anhaltspunkt ist der vielversprechende Schüler Tyler, welcher alles aufs Spiel gesetzt hat, um sie zu retten. Ein Mädchen, dessen langer Schlaf allzu kuriose Spuren hinterlassen zu haben scheint.

Well, son of a biscuit. This is going from bad to worse.
The joke sounds weak in my own head, and my breath feels oddly shallow, as if someone’s squeezing my chest. I can’t die in the middle of a conflict I don’t even understand, on a space station, two hundred years into the future.
Can I?

Seite 110

Der Einstieg in diesen Auftakt ist ein sehr leichter und schneller, sofern man Lust für ein solches Buch verspürt. Vielleicht mag es an meiner zuvor gelesenen Lektüre liegen, doch wollte ich meine Augen nicht von diesem Buch lösen. Nicht selten geschieht es, dass ich ein Buch zur Hand nehme, zwanzig bis dreißig Seiten lese und es dann vorerst pausiere, was nicht bedeuten mag, dass ich nicht später ohne Pause lesen möchte. Bei diesem hingegen ist mir die vergehende Zeit nicht aufgefallen, nur andere Pflichten haben mich von dem tieferen Versinken in der fiktiven Welt abgehalten. Dabei sind weder die Charaktere von gänzlich neuer Art noch ist die Geschichte unvorhersehbar. Mehr mag es an dem erfrischenden Stil des Erzählens liegen, an all den herrlich amüsanten Gedanken der Figuren, an all dem Sarkasmus, wobei man dafür definitiv in der Stimmung zu sein hat. Es kann auch möglich sein, dass ich nach all den Fantasy-Welten wieder eine im Science-Fiction-Setting benötigt habe und diese ein perfektes Beispiel für epische, rasante Ereignisse in fremden, unendlichen Weiten ist.

Da ich mit diesem Band zum ersten Mal in Kontakt mit dem Autorenpaar gekommen bin, überzeugt mich die Art und Weise ihres Erzählens einer Geschichte sehr, doch bin ich mir nicht sicher, ob ich mehrere Bücher von ihnen hintereinander lesen könnte, ohne davon genervt oder deren überdrüssig zu sein. Entweder könnte ich viele ihrer Bücher in einem kurzen Zeitraum lesen oder bräuchte Abstand und Abwechslung. Mein bisheriges Erlebnis war ein Stil mit viel Sarkasmus, wie ich schon erwähnte, aber fühlt man sich doch gern unterhalten oder wünscht man sich, über Witze zumindest schmunzeln zu können, und wunderbar anderen Formulierungen, wobei ich nicht weiß, ob dies an ihrer australischen Herkunft liegt. Aber vor allem kann ich nur die Dialoge hervorheben. Oftmals unterhalten sich Menschen oder Personen anderer Spezies äußerst perfekt. Kein Stocken, keine direkten Pausen, kein erneutes Beginnen eines Satzes. Hierbei fühlte ich mich jedoch an realistische Unterhaltungen bezugnehmend auf die jeweilige Situation erinnert, was umso mehr hilft, in die Geschichte einzutauchen, zumal diese leider ihre Mängel hat.

»But I do know you and I swore an oath when we joined the Legion. To help the helpless. To defend the defenseless. And even though the-«
»Um, sir?« Finian de Seel says. »We might have a problem.«
»You mean aside from you interrupting my speech? Because I’d been practicing it in my head for an hour and it was gonna be great.«
»And I can’t tell you how distressed I am about that, sir, but […]«

Seite 100

Eine Crew bestehend aus Figuren, die gegensätzlicher und doch ähnlicher nicht sein könnten, wird in etwas hineingezogen, das den Lauf des ganzen Universums und Lebens verändern kann. Tatsächlich ist es interessant zu sehen, wie viele in irgendeiner Weise ihre Familie verloren haben können und wie perfekt das Glück der Charaktere ist, immer jemanden mit der passenden Fähigkeit für den jeweiligen Moment zu haben, auch wenn sie dafür ausgebildet und sozusagen zusammengestellt wurden. Dadurch ist es noch leichter den Verlauf der Geschichte zu erahnen, die trotz dessen ihre faszinierenden und fesselnden Seiten hat, besonders in Hinblick auf die Erscheinung der Bedrohung. Was ich zu Beginn als undurchschaubar ansah, entpuppt sich schnell als doch recht bekannt. Die inneren Vorstellungen zur Verknüpfung einer komplexen Geschichte werden bedauerlicherweise enttäuscht, zumal man hofft, dass die anhaltende Wiederholung, es stecke so viel mehr hinter allem steckt, etwas sei nicht richtig, etwas sei nicht normal, sich als Trugbild zu etwas Extraordinären entwickelt. Ein weiterer Punkt dafür sind die hilfreichen Informationen zwischen verschiedenen Kapiteln, die einen weiteren Einblick geben, aber indirekt ankündigen, was im Folgenden eine Rolle spielen wird. Und dennoch reißt einen dieser erste Band mit. Man stört sich nicht an der typischen Aufstellung gut aussehender Figuren, den allzu vertrauten Autoritätspersonen, die Zweifel säen und manipulieren, oder eben jenem Handlungsverlauf. Verbindet man sich tiefgehend mit den handelnden Personen, gerät man in viele emotionale Szenen, die die eigenen Gefühle bewegen – was bei mir nicht geschehen ist. Eher war mir bewusst, dass meine Emotionen an dieser Stelle berührt werden sollten, ohne sie jedoch tatsächlich zu fühlen und beeinflusst zu werden. Dieser Aspekt ist lediglich in meiner Person begründet, denn gibt dieses Buch viele Chancen, um sich emotional mit ihm zu verbinden.

Schlussendlich heißt es nur darüber hinwegzusehen, weshalb Aurora nach all den Jahren keinen offensichtlichen Akzent hat, obwohl die Sprache stets im Wandel ist, wohingegen ihre entfesselnde Panik als Reaktion darauf, in einer so veränderten Zeit zu sein, sehr authentisch ist. Man sollte sich zudem tatsächlich darauf fokussieren, aus wessen Sicht man die Handlung erzählt bekommt, denn auch wenn es bestimmte Charaktere gibt, die ihre ganz spezielle Art haben, so habe ich oftmals nicht solch dezente, aber unübersehbare Unterschiede im sonst angenehm von beiden Autoren verbundenen Erzählstil wie beispielsweise bei Maggie Stiefvater wahrgenommen.

Fazit

Zusammenfassend warte ich gespannt auf den fortsetzenden Band, welcher womöglich mehr Überraschungen bereithalten könnte. Aurora Rising ist ein äußerst unterhaltsamer Einstieg in ein für mich leichtes Lesevergnügen mit wenig aufkommender Langeweile und den berauschenden Elementen leichter Science Fiction.


4/5 ★

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