Ein kleines Lebensupdate: November 2019

Wie ich schon in meinem letzten Leseupdate erwähnt habe, gehe ich nun zur Universität und ich dachte mir, dass es doch ganz gut sein könnte, einen allgemeinen Beitrag zu schreiben, welcher keine Rezension beinhaltet, sondern einen genaueren Einblick in die Person gibt, die diesen Blog eigentlich betreibt.

Vielleicht ist es manchen bekannt, vielleicht habe ich es zuvor angemerkt: nach dem Abschluss des Abiturs verbrachte ich fast ein Jahr in Schottland, um als Au-Pair zu arbeiten, wobei ich es nicht unbedingt als Arbeiten bezeichnen würde. Vegetieren und sich aufregen trifft es bedeutend besser. Ursprünglich hatte ich viel für diese Zeit geplant. Ja, für einen gewissen Zeitraum sollte es sogar jenes Jahr sein, in welchem ich beginne ein Buch zu schreiben. Womöglich verspüren viele Leser den Wunsch, selbst aktiv zu werden und haben das Ziel einer Buchveröffentlichung vor Augen, wenngleich diese in weiter Ferne liegen kann, an keinen Punkt gebunden ist, nur irgendwann in der Zukunft schwebt. Zumindest geht es mir so, obwohl ich definitiv nicht sagen kann, ob es tatsächlich mein Ziel ist und ob ich die Ideen in meinem Kopf zu einer Geschichte und festen Worten verschmelzen lassen werde.

Wie auch immer, schlussendlich bin ich nicht einmal dazu gekommen, viele Bücher zu lesen oder Schottland zu entdecken. Für jene, die dies lesen und zufälligerweise ein Jahr als Au-Pair in Betracht ziehen, sei gesagt, dass Erwartungen nicht allzu hoch gesteckt werden sollten oder man sich nichts Festes vorstellt, sondern mehr überraschen lässt, offener ist. Es kann die schönste Zeit werden oder die, an die sich nicht erinnert werden möchte. Ich empfehle sehr, Kinder wahrhaftig zu mögen und nicht diese Art der Auslandszeit zu wählen, weil man kostengünstig im Ausland leben und jenes gewählte Land entdecken möchte. Selbstverständlich ist alles abhängig von der Familie und auch den Arbeitszeiten. Als introvertierte Person bin ich beispielsweise in der vollkommen falschen Familie gelandet, welche zwar meine Interessen und eigentlich auch meinen Charakter kannte, aber dennoch nicht, ich würde sagen, verstand oder so akzeptieren wollte (beide Parteien hatten wohl falsche Vorstellungen der jeweils anderen). Lesen, Schreiben, Recherchieren und Lernen sind Tätigkeiten, denen ich gerne in Ruhe nachgehe, aber anscheinend mit der Familie hätte verbringen sollen. Viele Arbeitsstunden bedeuten nicht, dass man beschäftigter ist, sondern eher sehr eingeschränkt. Die Wochenenden reichen dann absolut nicht aus, um das Land zu entdecken, wenn man zumindest einen ruhigen Tag benötigt, einen Tag ohne ständig auf dem Sprung zu sein. Außerdem konnte ich keine anderen interessanten Personen finden, beziehungsweise war es mir nie möglich bei irgendwelchen Ausflügen der anderen Au-Pairs dabei zu sein.

Dies soll nur eine kurze Beschreibung meiner Erfahrung sein und niemanden davon abhalten als Au-Pair zu arbeiten, doch darauf aufmerksam machen, nicht alles durch eine rosarote Brille zu schauen und sich vorher wirklich mit den Kindern vertraut machen. Mit einem Funken Glück wird es wundervoll.

Danach und da ich etwas eher nach Hause gereist bin, hatte ich mehrere Monate Freiraum, den ich offensichtlich mit möglichst vielen Büchern in Vorbereitung auf das Studium füllen wollte. Absolut überraschenderweise in Hinblick auf mein normales Behandeln von Plänen ist es zum Gegenteil meiner gefüllten Pläne gekommen, teils nicht ganz freiwillig. Meine Vermutung, bedeutend weniger Möglichkeiten zum Lesen zu haben, treffen bisher zu. Gerade einmal einen Monat besuche ich nun die Vorlesungen, Übungen, Praktika und Tutorien, betreibe Vor- und Nachbereitung und muss sagen… der Tod ist nah. Die Verzweiflung bitter. Die Panik verbrennend. Natürlich ist es nicht ganz so schlimm, aber Übertreibung als auch Dramatik scheinen manchmal meine Spezialität zu sein und mache ich mir mehr Arbeit als nötig, aber lieber dieser Weg als dann vollkommen zu vergehen, weil die Themen zu unverständlich werden (eigentlich ist dies schon der Fall) und einem Folgen der Inhalte unmöglich erscheint. Schon die Nachbereitungen verschlingen die Stunden und finde ich kaum Momente, um ein Buch in die Hand zu nehmen, das mich in eine fiktive Welt entführt anstelle von chemischen Formeln, die zum Überleben beim Praktikum doch ganz wichtig sind. Zumindest kann ich sehnsüchtig die Buchrücken anstarren.

Ganz anders als anfangs erwartet, studiere ich nichts Künstlerisches, obwohl ich danach sogar meine Leistungsfächer wählte, sondern etwas in die Richtung der Geowissenschaften. Aller Anfang ist schwer und holprig, die ersten Semester zeigen nie den wahren Studiengang, weshalb ich hoffnungsvoll auf die nächsten Jahre blicke, wenn die Grundlagen der Chemie, Physik und Mathematik hinter mir liegen und ich über die Wiese renne, Blümchen pflücke und mir die Bienchen anschaue – so scheint es zumindest auf Studenten anderer Studiengänge zu wirken, wenn sie während einer langatmigen Vorlesung oder Übung aus dem Fenster schauen und wieder über unseren Studiengang scherzen. Ganz ehrlich, ich finde es toll ein Pflanzenbetrachter zu sein.

Es ist möglich, dass dies der einzige derartige Beitrag ist und war, aber mir gefällt die Idee, ganz simpel meinen Gedanken freien Lauf zu lassen und das zu machen, was einst der Inhalt eines Blogs war. Für Fragen und Feedback bin ich immer zu haben, auch wenn ich ein sozial-awkward Mensch bin. Man spreche mich an und ich reagiere.

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