Leseupdate: Oktober 2019

Der Oktober ist kein Monat voller gelesener Bücher gewesen, manchmal bin ich mir nicht einmal im Klaren, wann ich schlafen könnte beziehungsweise wie ich alles in meinen wachen Zeiten erledigen kann, wenn ich etwas munter bei den Vorlesungen und Übungen erscheinen möchte, ohne gleich einzuschlafen. Das erste Semester ist eben immer wundervoll.

Dennoch sind drei Bücher zusammengekommen, davon zwei, die zu lange in meinem Bücherregal verstaubten und eines, welches der letzte Band einer Trilogie ist, die ich nun formal als abgeschlossen betrachten kann. Zumindest eine offene, lediglich angefangene Buchreihe weniger, aber gleichzeitig wieder eine mehr.


Blutspur
von Kim Harrison

Erster Band (Rachel Morgan)

Klappenbroschur (592 Seiten)
Übersetzt von Alan Tepper und Isabel Parzich

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Dieses Buch war schon sehr lange auf meiner Liste vorhanden, wahrscheinlich seit meiner Sookie-Stackhouse-Phase, mit welcher viele Bücher dieser Art auf meiner Wunschliste und manche sogar bei mir zu Hause landeten.

Schlussendlich griff ich danach, da ich es nicht nur endlich lesen wollte, sondern ich auch Lust auf etwas meiner Meinung nach Leichtes hatte. Doch habe ich mehr von dieser sehr in diesem Genre bekannten Lektüre erwartet.

An sich ist der Aufbau der von Kim Harrison geschaffenen Welt eine faszinierende und für mich neue Verbindung der menschlichen und übernatürlichen Seite im Bereich der Urban Fantasy, vor allem die kleinen Details und Elemente, aber leider hat die Story keinerlei Begeisterung in mir hervorgerufen, was durchaus an der Protagonistin liegen kann, welche mich mit ihrer teils nervigen Art nicht sonderlich angesprochen hat, aber auch an dem gewöhnungsbedürftigen Schreibstil, der vergleichsweise etwas holprig und unbeholfen (oder mir gefällt diese Art des Schreibens schlichtweg nicht) ist mit den von mir so sehr geliebten, aus dem Erzählfluss äußerst herausstechenden Beschreibungen von Menschen und derem allgemeinen Aussehen. Dennoch ließ sich dieser Auftakt schnell lesen.

Blutspiel
von Kim Harrison

Zweiter Band (Rachel Morgan)

Klappenbroschur (640 Seiten)
Übersetzt von Alan Tepper

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Seltsamerweise befindet sich dieses Buch auch in meinem Besitz, seltsam in dem Sinne, dass ich mich daran nicht erinnern konnte, bis ich es neben dem ersten Band sah. Demzufolge wollte ich es auch lesen und wie gesagt, hat der erste Teil durchaus seine interessanten Seiten, was zumindest den Weltenaufbau betrifft, aber hatte ich ebenfalls Interesse am allgemeinen Fortgang der Geschehnisse. Es besteht immer die Wahrscheinlichkeit, dass ein Folgeband besser als der Vorgänger ist (oder schlechter, weshalb ich dutzende angefangene Reihen zu vermerken habe).

Resümierend hat der zweite Band ähnliche Probleme wie der erste, zum Beispiel eine sehr vorhersehbare Geschichte, bei welcher man sich spaßeshalber die Auflösung großer Fragen in Form des gewissermaßen wahrscheinlichsten Ergebnisses vorstellt und dieser Verlauf der Geschehnisse dann auch eintritt oder man genau diese eine Person als den Schuldigen betrachtet, zumal nur eine beschränkte Anzahl von Personen eingeführt wird und es nicht anzunehmen ist, dass sich jemand Unbekanntes als der Fadenzieher entpuppt, da der Leser ansonsten nicht zu überrascht oder emotional ergriffen wäre, keinen Bezug zu dieser Figur hätte und damit wenig Wirkung hervorgerufen werden würde.

Und dann gibt es noch die Protagonistin Rachel Morgan, welche reizvolle Seiten besitzt, aber – ich kann mit meiner Vermutung falsch liegen – ist es überaus offensichtlich, dass sie sich wohl zu jener besonderen und mächtigen Hexe entwickeln wird, die anfangs immer unterschätzt wurde, wie es in so vielen Geschichten der Fall ist. Als Hauptfigur und Erzählerin empfand ich sie weiterhin als unangenehm. Seltsam ist bei diesem Buch auch, dass viele Charaktere, nicht nur Rachel, ziemliche Stimmungsschwankungen haben und Rachel sehr sprunghaft ist, sodass sich Abschnitte teilweise nicht gut miteinander verbinden.

Gerne würde ich die Reihe aufgrund der Welt und eventuell der sich als spannend entwickelnden Geschichte fortführen, aber benötige ich definitiv erst Abstand.

AMANI – Herrin der Morgenröte
von Alwyn Hamilton

Dritter Band (AMANI)

E-Book (350 Seiten)
Übersetzt von Ursula Höfker

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Irgendwann habe ich spontan nach dem Auftakt dieser Reihe gegriffen, da ich davon gehört hatte und es bei der Onleihe verfügbar war. Dann kam es zum zweiten und nun auch zum abschließenden dritten Band.

Es ist absolut faszinierend zu sehen, wie sich das eigene Leseverhalten über die Zeit verändert hat. Nachdem ich die ersten Adult-Fantasy-Bücher gelesen hatte, sehnte ich mich nach dem Stil der Jugendbücher, nach Geschichten, die nicht alles langatmig ausführten, nicht über die doppelte Buchlänge verglichen mit meiner vorherigen Lektüre gingen. Jetzt habe ich gemerkt, dass ich diese ausführlichen Darstellungen, die sich fühlbar entwickeln und bei welchen man Hochpunkte und Pausen antrifft, sehr gut leiden kann und sie bei diesem Finale vermisste.

Die Geschichte ist wahrlich rasant und findet man einen sehr leichten Einstieg in die aktuellen Ereignisse, was durch genügend Wiederholungen wichtiger Fakten unterstützt wird, wobei es beim zeitnahen Lesen aller Bände sehr repeditiv wäre. Gewissermaßen wird man sofort in die Welt gerissen und habe ich mich wirklich nach einem Ruhepunkt gesehnt, einfach einem Halt. Doch ist die dargestellte Welt, vor allem die unterschiedlichsten übernatürlichen Fähigkeiten und Wesen betreffend als auch das Setting, sehr schön und faszinierend.

Zusammenfassend habe ich dieses Buch als kurzes und leichtes Vergnügen wahrgenommen, wenn man ein paar Details ignoriert, wie beispielsweise die typischen Streiterein zwischen Liebenden, eine Protagonistin, die sehr gefühlsorientiert handelt und dabei etwas viel Glück hat verbunden mit vielen Zufällen, und gewisse herausstechende und als cool angesehene Merkmalen von Figuren, die dem Leser immer wieder vor das Auge gehalten werden müssen (Tattoos, man schaue sich die Tattoos an). Was ich sehr amüsant finde, ist die Tatsache, dass diese Bücher für eine hauptsächlich junge Leserschaft geschrieben und dann Details recht oft im Vergleich zur allgemein kürzeren Länge der Lektüre wiederholt werden, als ob sich der Leser nach einem Kapitel nicht mehr daran erinnern könne. Für mich ist diese Reihe einer solcher, die in meinen Erinnerungen beim erneuten Kontakt eventuell Bilder hervorrufen, aber ansonsten in einer unbekannten Masse untergehen, leider.


Im Endeffekt bereue ich keines dieser Bücher gelesen, aber an sich derart wenige zur Hand genommen zu haben, vor allem in Anbetracht all jener Bücher, die ich jeden Monat auf meiner Liste stehen habe und zum Schluss doch nur verschiebe. Ich bleibe zu vielen Werken fern, die mir sehr wahrscheinlich unheimlich gut gefallen werden, die genau das sind, nach was ich in Büchern suche, aber es kann auch möglich sein, dass ich eine zu hohe Erwartung habe und dann doch enttäuscht werde oder ich danach kein anderes Buch mehr lesen kann oder ich für Wochen oder Monate an nichts anderes denken kann. Mal sehen, wie der November in dieser Hinsicht ausschauen wird.

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