Rezension: Steelheart | Brandon Sanderson

Autor: Brandon Sanderson
(USA 2013)

Erster Band (The Reckoners)
384 Seiten
Verlag: Gollancz
Genre: Superhero Fiction

ISBN: 978-0-575-10404-4

dt. Titel: Steelheart
Übersetzer: Jürgen Langowski

Zum Buch
Zum Buch (deutsche Ausgabe)

Inhalt

Selbst der stärkste Gegner ist verwundbar – du musst nur wissen, wo

Als David sechs ist, zerstört eine gewaltige Explosion die Welt, die er kannte. Einige der Überlebenden erlangen Superkräfte, die sie dazu nutzen, sich die übrigen untertan zu machen. Als David acht ist, muss er miterleben, wie einer dieser Superhelden, ein gewisser Steelheart, seinen Vater ermordet. Von da an kennt David nur ein Ziel: herauszufinden, warum sein Vater sterben musste. Und ihn zu rächen. Er schließt sich einer Untergrundbewegung an, die die Herrschaft der scheinbar unbesiegbaren Superhelden bekämpft. David ahnt, dass sogar der mächtige Steelheart eine Schwachstelle hat. Er muss sie nur entdecken. Doch das bunt zusammengewürfelte Grüppchen der Widerstandskämpfer muss sich erst zusammenraufen. Und nicht jeder billigt Davids Plan, Jagd auf Steelheart zu machen …

I’ve seen Steelheart bleed.
It happened ten years ago; I was eight. My father and I were at the First Union Bank on Adams Street. […]
There, on Steelheart’s cheek just below his eye, was a line of blood. […]
(His) eyes went wide, and he raised his hand before him, looking at his own blood. He seemed completely astounded.

Seiten 11, 19-20 | Prolog (Leseprobe)

Aufmachung

Es ist außerordentlich schön bei den Büchern von Sanderson, dass es eine Edition aller seiner (oder zumindest mir bekannten) Werke gibt, bei welcher man sich an einem gleichen Stil orientiert, sodass alles zusammenpassen und gleichzeitig gewisse Elemente haben, die spezifisch für eine Reihe sind. So auch die Version von Steelheart, die ich im Regal stehen habe und sehr schätze, zumal sie nicht nur schön anzusehen ist, sondern auch den Charakter des Buches als auch dessen Inhalt wiedergibt.

Zudem passt der Titel ausgesprochen gut, da die Figur Steelheart schließlich das große Ziel des Protagonisten ist.

Natürlich existiert auch eine sehr markante andere Covergestaltung, die in anderen Sprachen, wie beispielsweise im Deutschen, verwendet wird, und durchaus den Handlungsort wiederspiegelt, die ich jedoch nicht als unbedingt als interessant empfinde.

Eigene Meinung


Ich frage mich wirklich, weshalb ich derart lange für dieses Buch brauchte. Es war von Anfang an nicht schlecht, ganz im Gegenteil. Eher zeigte sich schon früh, dass es anders sein würde.

Die Welt, in der David lebt, befindet sich in einer durchaus möglichen Zukunft, wobei es eine spezielle Art Superhelden gibt. Zumindest würde man sie auf den ersten Blick für solche halten. Ein Mann, der Superman ähnlich ist, die Fackel der Fantastic Four, doch auch manche der X-Men erkennt man wieder. Alle zusammen sind wirklich atemberaubend. Wären sie nicht größtenteils böse, würden viele anmerken. Die Geschichte beginnt nämlich mit einem Ereignis aus der Vergangenheit der Hauptfigur David, bei welchem Steelheart – ein überaus mächtiger Epic, der in meinem Kopf immer Superman war – seinen Vater und weitere Menschen kaltblutig ermordet. Aus diesem Grund schwört David Rache zu nehmen. Zu der Zeit jenes Ereignisses, zehn Jahre vor der eigentlichen Handlung, begann die grausame Herrschaft Steelhearts über Davids Heimatstadt, welche nun gänzlich aus Stahl besteht. Nicht nur Steelheart zeigt, wie furchtbar Epics sind.

Back then, the government hadn’t given up yet. They still tried to fight the Epics, to subject them to moral laws. It was clear from the beginning that when it came to Epics, you didn’t hesitate, you didn’t negotiate. You came in with guns blazing and hoped that the Epic you were facing could be killed by ordinary bullets.

Seite 18 | Prolog (Leseprobe)

Mir hat wahrlich von Beginn an die Idee gefallen, denn wird hier schließlich gezeigt, dass derartige große und machverleihende Fähigkeiten – Erschaffen von Illusionen oder Finsternis, Erzeugen von Energie etc. – einen Menschen durchweg verändern können. Außerdem natürlich folgend, dass das typische Bild eines Superhelden nicht gleich eine gute Person bedeutet. Ich fand es auch überaus interessant, wie all die Kräfte gestaltet sind, wie facettenreich, und die dazugehörigen Schwächen. Diese geben der ganzen geschaffenen Welt eine unglaubliche Größe und Tiefe. Die Handlungen und Ereignisse sind wundervoll durchdacht und immer wieder geschiet Unvorhersehbares, wobei ich mir die eine große Wendung schon sehr zeitig hatte denken können (und sie in diesem Punkt wie jede Geschichte typisch ist, leider, aber man kann darüber hinweg sehen). Dennoch fesselte mich vor allem der Schluss, denn bei David kann man nie wissen, ob er seinen Gedanken folgt oder nicht.

Dies ist ein wirklich guter Aspekt des Buches, denn bringt einem David gewisse nähe zur Geschichte. Teils wirkt es als spreche er zu dem Leser, denn sind seine Gedanken äußerst aktiv. Damit meine ich, dass man nicht nur Beschreibungen zu der Umgebung und Handlung liest, sondern wie er selbst intensiv überlegt, vor allem über seine Metaphern nachdenkt und dabei immer wieder auf kleine amüsante Ungereimtheiten stößt. Diese können manchmal durchaus nerven, aber größtenteils musste ich über die Vergleiche sehr schmunzeln, ebenso über manche anderen Gespräche.

But even a ninety-year-old blind priest would stop and stare at this woman. If he weren’t blind, that is. Dumb metaphor, I thought. I’ll have to work on that one. I have trouble with metaphors.

Seite 30 | Kapitel 1 (Leseprobe)

Der Schreibstil ist einfach wundervoll, nimmt man auch noch spezifische Ausdrücke der Zukunft hinzu (neben anderen Details möglicher Veränderungen in der Zukunft), denn schließlich wird man schon in zehn Jahren nicht mehr die Flüche und Redewendungen benutzen wie heute. So gibt es „slontze“ (Schlonz) für gewissermaßen Idiot oder „sparks“ für etwas wie Ausflüche, beispielsweise Gott oder Oh Mann.

Und dann erst die Charaktere. Sie sind so anders auf ihre ganz eigene Art und Weise, auch aufgrund dessen, dass sie sich der Situation entsprechend verändern. So wird nicht immer ein Witz gerissen, der die Stimmung oder Spannung zunichtemacht. Anfangs und manchmal über das Buch hinweg, empfand ich David zwar als recht nervig und hätte ihn gern einmal geschüttelt, doch fügt sich alles schön gut zusammen.

Fazit

An manchen Stellen zog sich für mich das Buch vielleicht ein bisschen, aber war es wirklich schön zu lesen und nun bin ich auf den Fortgang der Geschichte gespannt, bei welcher ich anfangs Zweifel hatte, bezüglich der Dinge, die denn noch geschehen könnten, aber das Ende ändert wirklich sehr vieles und zudem ist die geschaffene Welt und Umgebung der Handlung sehenswert bzw. lesenswert.


4/5 ★


Es sei angemerkt, dass es sich um eine etwas überarbeitete Rezension handelt, übertragen von meinem alten Blog, veröffentlicht im Oktober 2016.

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