Leseupdate: Juli, August, September 2019

Ich melde mich zurück im Diesseits nach allzu langer ungeplanter Abwesenheit. Dass ich nur vergleichsweise wenige Bücher gelesen habe und deshalb in einem Leseupdate drei Monate zusammenfüge, ist einer der Gründe für mein Schweigen auf diesem Blog (und auch anderen sozialen Netzwerken, möchte man diese mit einbeziehen). 

Ursprünglich sollten Juli, August und September jene Monate werden, in denen ich besonders viele Bücher hatte lesen und auch rezensieren wollen, um ein paar ungelesene Werke endlich einmal kennenzulernen und schon für das erste Semester vorzuplanen (etwas, das ich tatsächlich hätte durchziehen sollen). Doch manchmal ändern sich Pläne und Hinternisse tauche allzu gern im Leben auf.

Ja, der Beginn meines Studiums ist in vollem Gange und verspüre ich nur ein klein wenig Panik, in Anbetracht meines voll gefüllten Stundenplanes. Das heißt nun, dass ich weniger Zeit für Romane werde aufbringen können – zu meinem großen Bedauern, aber gibt es im Leben gewisse Prioritäten, die man nicht missachten sollte. 

Dennoch sind ein paar Bücher zusammengekommen und werde ich versuchen, regelmäßig, mindestens einmal pro Woche meine Gedanken zu teilen (mittlerweile haben wir schon November und ich hätte Oktober mit in diesen Beitrag einbinden können, aber wird es noch ein kleines allgemeines Update geben, welches ich an das Leseupdate des letzten Monats hänge).


Erben des Blutes – Verborgene Träume
von Kendra Leigh Castle

Zweiter Band

Klappenbroschur (400 Seiten)
Übersetzt von Katrin Mrugalla und Richard Betzenbichler

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Nachdem sich der erster Band erstaunlich gut hatte lesen lassen und viele interessante Seiten aufzeigte, setzte ich die Trilogie mit dem zweiten Band fort, aber als Begeisterung kann man mein Empfinden nicht bezeichnen.
Im Grunde genommen findet man die gleiche Geschichte wie im ersten Band wieder, nur dass sich die Protagonisten und die betroffenen übernatürlichen Wesen, die bevorstehenden Gefahren und eventuell minimale Charaktereigenschaften ändern, während man von dem perfekten Happy End jenes Paare aus dem ersten Band hört. Auch wenn neue Informationen zur nicht-menschlichen Welt aufgezeigt werden, so geschieht nicht sonderlich Neues und weiß man, dass es wohl gut enden wird. 

Obschon ich die Reihe gern beenden würde – lediglich der Form wegen -, so war schon der Anfang des Finales oder sogar die bloße Inhaltsbeschreibung nicht anregend genug, wenn erneut zwei gegensätzliche Figuren, welche sich momentan in einer komplizierten Lage befinden, aufeinandertreffen und mit hoher Wahrscheinlichkeit innerhalb kürzester Zeit ein Happy End in Liebe erleben werden. 

Kalte Asche
von Simon Beckett

Zweiter Band

Hörbuch (ungekürzt, 7 h 29 min)
Übersetzt von Andree Hesse

Zum Buch

Genau genommen kann ich nichts Direktes zu diesem Buch sagen, da es eines jener ist, die man weder als gut noch schlecht empfindet.

Nachdem ich den ersten Band vor über zwei Jahren gelesen habe, aufgrund von Menschen aus meinem Umfeld, die sehr angetan von dieser Reihe schienen, dachte ich, es sei vielleicht eine gute Idee, die Fortsetzung zu lesen, zumal der Auftakt durchaus interessante Elemente hatte. Genau diese empfand ich erneut als faszinierend, hierbei spreche ich von der speziellen Tätigkeit des Protagonisten als Anthropologe und der damit besonderen Betrachtung von Mordfällen. Doch ansprechende wissenschaftliche Aspekte als auch ein angenehmer Schreibstil, welcher sehr schön im Hörbuch vorgetragen wird, bilden nicht gleich eine gute Geschichte. Für mich gestaltet sie sich weder als spannend noch als überraschend, aber dennoch ist es eine durchaus lesenswerte Lektüre.

Leichenblässe
von Simon Beckett

Dritter Band

Hörbuch (ungekürzt, 7 h 31 min)
Übersetzt von Andree Hesse

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Der dritte Band hat genau die gleichen Probleme wie der zweite, aber dennoch empfand ich ihn als sozusagen besser, da die Handlung durchaus spannender war, teils wegen der enstandenen Konflikte nach den Ereignissen des Vorbandes. Manchmal fehlen persönliche Entwicklungen der Hauptfiguren, während sie sich nur auf den Fall konzentrieren, doch hierbei wurde eine gute Mischung aus mentalen Hindernissen als auch der Ermittlung des Mordfalls gefunden und dabei sogar ein wenig mehr Vorgeschichte David Hunters offenbart.

Die Zwerge
von Markus Heitz

Erster Band

Taschenbuch (640 Seiten)

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Ein weitereres Buch aus dem deutschen Sprachbereich und damit ein Kandidat, um inländische Autoren kennenzulernen, ist dieses. Allgemein gibt es unzählige Werke, die dem Fantasy- oder Sci-Fi-Genre zugeordnet werden können und dabei kommen diese aus unterschiedlichsten Sprachgebieten. Zusammenfassend bilden diese eine schier unendliche Auswahl an in Frage kommenden Büchern und damit gerät mein Vorhaben, mehr von deutschen Autoren zu lesen, in Teilen ins Stocken. Zumindest bin ich ein Buch weitergekommen, konnte ein Buch von der Liste streichen. 

Allgemein findet man eine interessante, gut aufgebaute Welt vor, die wirklich viel zu bieten hat und den Umfang der Reihe und anderen der gleichen Welt rechtfertigt, aber die Geschichte ist nicht sonderlich überraschend. Nach wenigen Kapiteln ist mir zusätzlich bewusst geworden, dass ich Zwerge in Fantasywelten als Element bzw. handelnde Personen sehr schätze und mir nicht wegdenken könnte, sie jedoch nicht jene Wesen sind, über die ich hauptsächlich eine Erzählung hören möchte. Zwar gibt es Szenen der Menschen und Zauberer, zumal der Protagonist in diese Welt verwoben ist, und lernt man ebenso andere Völker kennen, aber präferiere ich schlussendlich die Sicht der Menschen, Zauberer oder Elfen, die beispielsweise intensiv die Geschichte der Zwerge erzählen oder mit ihnen reisen. Ich bin schlichtweg seit Langem der Elfen-/Elben-/Alben-Typ.

Teil dieses Problems mag in diesem Fall vor allem der Hauptcharakter in Verbindung mit den Intrigen anderer Zwerge sein. Trotz meiner Abneigung bin ich offen für den zweiten Band und würde niemanden von diesem klassischen, recht langem Werk absolut abraten.

Firefight
von Brandon Sanderson

Zweiter Band

Taschenbuch (416 Seiten)

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Zu diesem Buch wird eine Rezension meinerseits erscheinen, weshalb ich mich kurzfassen werde.

Nach einer langen Pause habe ich nun endlich zum zweiten Band gegriffen, welcher zu Beginn einen leichten Einstieg in die sehr gut gestaltete Geschichte gibt, die vor allem wegen des definitiv nachvollziehbaren Protagonisten und des unvergleichlichen Humors die Zeit wert ist. Ich empfand Freude, die Reihe wohl endlich zu beenden.

Mortal Engines – Die verlorene Stadt
von Philip Reeve

Vierter Band

Hörbuch (ungekürzt, 15 h 55 min)
Übersetzt von Gesine Schröder und Nadine Püschel

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Ich wusste wahrlich nicht, was ich vom Finale der für mich sehr enttäuschenden Reihe erwarten sollte. Ehrlich gesagt nahm ich es nur zur Hand, um Mortal Engines als abgeschlossen ansehen zu können. Außerdem bestand die Chance, dass sich doch vieles wendet.

Das Buch greift wunderbar die Angst der Menschen auf, die Paranoia und Verrücktheit, wobei jedoch aufs Neue die gleiche Art von Menschen gewählt wird und die damit verbundene Manipulation anderer mit Blindheit und Starrsinn. Man findet ähnliche Dialoge als auch Handlungsabläufe vorheriger Bände wieder. Erneut hat eine bestimmte Person Erbarmen und hilft, die Geschichte der Liebe ist überaus bedeutend, Figuren folgen kopflosen Vorurteilen und sind blind, rasend vor negativen Gefühlen. Zu schnelles Vertrauen und dann wieder Misstrauen, Glauben von Lügengeschichten, Ignorieren von Erklärungen. Ideologien ohne Ende in Eintönigkeit.

Auch wenn das Thema des Krieges aufgegriffen wird, so sind die nachteiligen Auswirkungen jedoch nicht berührend. Allgemein konnten mich die Charaktere nie direkt fesseln, aber muss ich sagen, dass ich einen Teil des Endes als durchaus angenehm in seiner Konsequenz empfand. Es ist schade, dass manche Dinge nicht offengelassen werden konnten und mit fast kitschigen Bildern enden Aber ja, die Welt ist sehr beeindruckend.

Das Labyrinth des Fauns
von Cornelia Funke und Guillermo del Toro

Einzelband

Hörbuch (ungekürzt, 7 h 1 min)
Übersetzt von Tobias Schnettler

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Als ich den Film gesehen habe, betrachtete ich ihn als großartig und verzaubernd. Deshalb fiel es mir leicht, dieses Hörbuch als eines für eine gewissermaßen Reise zu wählen. Es sollte für kurze Momente zwischendurch sein und dafür hat es sich sehr gut geeignet, aber auch am Stück kann man es hören. Die wunderbare, märchenhafte Geschichte mit durchaus dunklen Seiten ist angenehm vorgetragen, aber leider konnte ich die Illustrationen nicht dabei betrachten. Da das filmische Werk weiterhin gut in meinem Gedächtnis verankert ist, waren die einzelnen Szenen noch lebendiger. Wahrscheinlich ist es eine jener Erzählungen, die man erneut und erneut lesen könnte oder sie am liebsten vorlesen möchte.

Calamity
von Brandon Sanderson

Dritter Band

Taschenbuch (421 Seiten)

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Ebenso zum letzten Band der Reihe wird es eine Rezension zu lesen geben, doch sei angemerkt, dass ich dieses Finale lieber vergessen würde, da es eine Enttäuschung war und ist, was verschiedene Gründe hat. Besonders mag dies an der zu sehr gehetzten Geschichte liegen. Und dennoch bleibt die Reihe in meinen Erinnerungen mit positiven Gedanken.

Das Lied der Krähen
von Leigh Bardugo

Erster Band

Hörbuch (ungekürzt, 16 h 37 min)
Übersetzt von Michelle Gyo

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Zur Wiederholung der Geschichte, um mich endlich mit einer frisch ins Gedächtnis gerufenen Handlung dem zweiten Band und King of Scars zuwenden zu können, habe ich mich dem Auftakt in Form des deutschen Hörbuches gewidmet. Normalerweise würde ich in diesem Fall nicht mehr die Übersetzung wählen, zumal diese oftmals im Jugendbuch-/YA-Genre eine gänzlich neue Interpretation sein kann. Doch Deutsch kann ich nebenbei hören, ohne in Verzweiflung und hektisches Zurückspulen zu verfallen.

Erneut bin ich begeistert von dieser Lektüre und erstaunt, wie viele Szenen in meiner Erinnerung geblieben sind, wie intensiv ich mich an sie erinnern kann. Grundsätzlich hat mich eine ähnliche Faszination wie beim ersten Mal gepackt und bleibt es weiterhin eines meiner liebsten Bücher, schon allein wegen der vielen Elemente, die wunderbar zu einem Ganzen miteinander verwoben sind, unabhängig von ihrer Bedeutsamkeit. Diese Details neben vielen anderen Dingen sind schlichtweg wundervoll.

Weltenzerstörer
von Cixin Liu

Novelle

Klappenbroschur (128 Seiten)
Übersetzt von Marc Hermann

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Nach Spiegel, jene Kurzgeschichte, die ich zeitlich zuvor von Cixin Liu gelesen habe, findet man wie erwartet eine schöne, anregende Erzählung vor, die auch mit ihrer Länge bestehen kann und vollkommen ausreichend ist. Dennoch könnte sie ebenfalls in einen längeren Roman gefasst werden.

Lius Kurzgeschichten sind bisher stets etwas angenehmes und eigene Gedanken hervorrufendes für die Zeit gewesen, wenn mehr zu viel wäre. Leicht sind sie in einem Stück zu lesen, sollte man zeitlich kurze Sitzungen bezüglich des Lesens bevorzugen (oder wenn man Konzentrationsdauer fördern möchte, um wieder in intensiveres Lesen einzusteigen).

The Butcher of Anderson Station
von James S. A. Corey

Vorgeschichte

E-Book (38 Seiten)

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Diese Vorgeschichte gibt gute zusätzliche Informationen zur Welt der Reihe und führt zu Lust endlich den dritten Teil aufzugreifen. Man lernt ein erwähntes Ereignis kennen, aber schlussendlich ist dieses doch recht nebensächlich, zumindest für mich, und nicht notwenig, um die Story richtig zu verstehen, aber man kann übrig bleibende Minuten durchaus damit füllen.

Days of Blood and Starlight
von Laini Taylor

Zweiter Band

E-Book (529 Seiten)

Zum Buch

Es ist möglich, dass eine Rezension zu diesem Band erscheint, für dessen Beendung ich wahrlich lange gebraucht habe (ohne rechten Grund). Eine etwas genauere Auseinadersetzung und Meinungsdarlegung ist zumindest geplant und sind die Notizen vorhanden.

Leider reicht die Fortsetzung nicht an den ersten Band heran, wenngleich sie Handlung spannend und interessant gestaltet ist. Der Verlauf einiger Ereignisse ist sehr vorhersehbar, was hauptsächlich störend ist, da die betroffenden Charaktere aufgrund all ihrer Erfahrungen und Erlebnisse eigentlich nicht derart überrascht reagiert und vieles schon mit eingeplant hätten. Dadurch erscheint die Geschichte etwas stumpf, auch wenn viel zum Teil Schreckliches geschieht, das so manches verändert. Des Weiteren wurde Potential von bestimmten Charakteren leider fallen gelassen.

Gleichwohl freue ich mich irgendwie auf das Finale.


Insgesamt bin ich trotz der geringen Anzahl an Büchern mit der Auswahl zufrieden, da ich einerseits die Reihe „The Reckoners“ als auch „Mortal Engines“ beendet und ein paar Reihen fortgesetzt habe. Vor allem liegt mir der zweite Band der „Daughter of Smoke and Bone“-Reihe am Herzen, zumal es ein Schritt zum Finale ist, welches ich nun schon allzu lange vor mich herschiebe.

Auch wenn ich natürlich lieber mir neue Bände oder Reihen gelesen hätte, die mittlerweile seit Jahren auf der Liste „Lese-ich-als-nächstes“ stehen, so kann man manche Werke als Vorbereitung dieses Vorhabens verstehen. Wichtig ist zudem stets Freude am Lesen und Leben zu haben, auch wenn dies bedeutet, das andere Dinge vorgehen und Bücher von der Verstaubung bedroht sind.

Nebenbei gesagt, hatte ich mich (ablenkenden) Mangas gewidmet, wie beispielsweise „Seven Deadly Sins“, „Hunter x Hunter“, „Berserk“ oder „Devil‘s Line“, was ich nicht unbedingt bereue.

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