Rezension: Belgariad – Die Gefährten | David Eddings

Autor: David Eddings
Originaltitel: Pawn of Prophecy
US 1982

Erster Band (Belgariad)
400 Seiten
Verlag: blanvalet
Genre: Quest/High Fantasy

ISBN: 978-3-7341-6166-7
Erschienen: Juni 2018 (dt.)
Übersetzer: Irmhild Hübner

Zum Buch

Inhalt

Für den Bauernjungen Garion ist es nur eine alte Prophezeiung, die nichts mit seinem Leben zu tun hat: Solange das Auge Aldurs, ein magisches Juwel, mit dem der Gott Aldur seinen finsteren Bruder Torak schlug, bei den Menschen von Riva ruht, können sie in Ruhe und Frieden leben. Dann aber ist das magische Juwel verschwunden, und für den jungen Garion wird aus dem alten Mythos bitterer Ernst. Das Schicksal hat ihn auserwählt, zusammen mit dem unsterblichen Zauberer Belgarath und dessen Tochter den kostbaren Stein zu finden. Denn sollte das Magische Auge dem finsteren Gott Torak in die Hände fallen, dann wäre die Welt unwiderruflich verloren.

Sie vereinten ihre Kräfte, um über Torak zu wachen. Und manche behaupten, sie würden noch immer ausharren und nach all den unzähligen Jahrhunderten Wache halten.

Seite 16 (Leseprobe)

Der New-York-Times-Platz-1-Bestsellerautor David Eddings war in den 80er Jahren nicht nur einer der Helden der Fantasy-Leser, sondern ist für viele der erfolgreichen Fantasy-Autoren von heute ein Vorbild. Die Lektüre der Belgariad-Saga ist wie eine Begegnung mit Freunden. Die Charaktere dieser heroischen Coming-of-Age-Fantasy wachsen einem sofort ans Herz, und gemeinsam mit ihnen erforscht man eine wunderbare Welt und kämpft im epischen Kampf zwischen Gut und Böse. Der naive Junge vom Land, der edelste Ritter, der cleverste Dieb, der mächtigste Magier – wer sonst könnte die Welt retten?

Dieser Roman ist bereits unter dem Titel »Die Prophezeiung des Bauern« im Knaur-Verlag und unter dem Titel »Kind der Prophezeiung« im Bastei-Lübbe-Verlag erschienen. Er wurde komplett überarbeitet.

Aufmachung

Zuvor ist dieses Buch in einer alten Ausgabe erschienen (1992), welche das damals für Fantasybücher typische Design trägt. Ich kann nicht sagen, dass es mir gefällt, aber ist der Titel – verglichen mit dem jetzigen, der stark an den ersten Band von Herr der Ringe erinnert – sehr passend, ebenso wie das Titelbild, und harmonieren beide mit dem Inhalt. Auch wenn mich das momentane Cover wesentlich mehr anspricht, bringt es einen Klang mit sich, den man nicht im Buch wiederfindet. Was sich jedoch im Buch finden lässt, ist eine ansehnliche und hilfreiche Karte.

Der Titel als auch das Cover entsprechen der Geschichte des dazugehörigen englischen Buches und bin ich von jener Aufmachung angesprochen.

Eigene Meinung

Als Fantasy-Liebhaberin ist es schon beinahe ein Muss, alte Klassiker dieses Genres zu lesen, um die Ursprünge näher kennenzulernen. Neuauflagen können durchaus aufmerksam auf längst vergessene oder in einer anderen Generation hängengebliebene Werke machen und somit bin ich auf die Belgariad-Reihe gestoßen, welche wahrhaftig zeigt, woher die Inspiration vieler neuer Bücher kommt.

Einst lebten sieben Götter vereint in der noch jungen Welt und je einer von ihnen wurde von einem Volk verehrt, mit welchen er sich verband, bis auf der Gott Aldur. Er nahm nur ein Kind als Zauberschüler an und gab ihm den Namen Belgarath. Nach ihm folgten andere, um ebenfalls die Lehren und Geheimnisse Aldurs zu studieren. Als er jedoch ein mächtiges Juwel – das Auge Aldurs – erschuf, erweckte er die Aufmerksamkeit des schönen Gottes Torak, welcher seit jeher nach Macht strebte und sich das Auge zu eigen machte. Daraufhin brach der Krieg aus und die Prophezeiung nimmt ihren Anfang. Schlussendlich wandte sich das Auge gegen Torak, ihn für ewig entstellend, denn nur jene ohne böse Absichten dürfen es mehr berühren. Riva Eisenfaust war jener mit reiner Seele und konnte das Juwel in den Schutz seiner Familie überbringen, wo es nun seit Generationen bewacht wird, während Torak versucht es wieder an sich zu reißen. Der Bauernjunge Garion kennt diese Vergangenheit nur als eine Prophezeiung und weiß nicht, wie eng er mit ihr verwoben ist.

Aus dem Augenblick nahm Garion eine Bewegung wahr, und er blickte rasch auf. Nicht weit entfernt saß ein Mann in dunklem Umhang auf einem großen schwarzen Pferd und beobachtete ihn durchdringend. Als sich ihre Blicke kreuzten, fühlte Garion einen kurzen Schauer und er wusste, dass er den Mann schon früher gesehen hatte – dass diese dunkle Gestalt tatsächlich am Rande seiner Fantasie gelauert hatte, solange er zurückdenken konnte, stets schweigend, aber immer beobachtend.

Seite 30 (Leseprobe)

Schon nach dem Prolog, welcher die Geschichte der Götter und des Auges Auldurs einführt, wurde ich skeptisch bezüglich des Buches und wunderte ich mich, wie simpel der Ausgang einer Geschichte eigentlich sein kann. Doch viele Handlungen beginnen mit einem kleinen Funken und formen sich später zu einem flammenden Feuer, ohne allzu vorhersehbar zu sein. Leider ist es bei diesem Auftakt nicht der Fall. Auch wenn man sieht, dass es das Vorbild vieler heroischer Fantasyromane mit einer Quest ist, mit all den bekannten Mustern einer Reise eines Charakters, welcher Teil etwas wesentlich Bedeutenderem ist und in eine Welt tritt, die zumeist voller Magie und gezeichnet von einem jahrelangen Krieg ist, so kann ich diese Lektüre, die sich vor allem durch Eintönigkeit und absolute Vorhersehbarkeit auszeichnet, nicht als ein besonders herausragendes Meisterwerk bezeichnen. Nur weil es ein Ausgangspunkt von Questhandlungen und damit möglicherweise ein wichtiger Faktor für die Entstehung vieler meiner liebsten Romane ist, heißt das nicht, es hätte keine unübersehbaren Mängel, zumal meiner Meinung nach großartige Reihen wie „Der Herr der Ringe“ oder „Narnia“ oder bekannte Werke des 19. Jahrhunderts zeigen, wie tiefgründig und vielseitig eine Erzählung sein kann.

Die simple Grundidee lässt ziemlich leicht den Verlauf der Geschichte erahnen, womit der Aspekt der Überraschung im Buch genommen wird. Zudem brilliert es nicht großartig mit einem einzigartigen Schreibstil – wenngleich dieser flüssig zu lesen ist -, lieb zu gewinnenden Charakteren oder einer eindrucksvollen, emotionalen Erzählweise. Teils tauchen hingegen amüsante Dialoge auf, wobei diese schnell monotone Gleichartigkeit aufweisen. Ein entscheidender Grund für mein Problem mit der Handlung ist, wie der Leser sie mitgeteilt bekommt. Das wiederholte Lauschen des Protagonisten ist nämlich das einzig wirksame Mittel, um weiterführende Informationen zu erhalten. Dabei ist das Ganze mit stets sehr offensichtlichen Hinweisen vermischt, sodass es zum Schluss jeder versteht, außer der Protagonist Garion. Während man eventuell spannende Ereignisse Seiten vorher verraten bekommt, muss es Garion erst langatmig erklärt werden, auch wenn er ein cleverer Junge ist. Zudem weisen die unveränderten Namen Belgaraths und seiner Tochter auf die wahren Identitäten hin, aber die spätere Enthüllung ihrer Person wird als die große Offenbarung betrachtet. Im Endeffekt wird sich große Mühe gegeben, Geheimnisse nur indirekt zu erwähnen und sie dadurch zu verbergen, aber der etwas aufmerksame Leser weiß immer, wovon die Rede ist, außer eben derjene, aus dessen Sicht man durch das Buch reist. 

Das Erste, woran sich der Junge Garion erinnern konnte, war die Küche auf Faldors Farm. Für den Rest seines Lebens erfüllte ihn ein besonders warmes Gefühl bei dem Gedanken an Küchen […]. Wie weit Garion im Leben auch aufsteigen sollte, nie vergaß er, dass alle seine Erinnerungen in dieser Küche begannen.

Seite 19 (Leseprobe)

Der Anfang der Reise Garions ist der schönste Teil. Man sieht sein Leben mit kindlichen und noch naiven Konflikten, teils um ein Mädchen, das Jungen zu gern um den Finger gewickelt. Es zeigt die Unschuld der Jugend und die Ruhe, bevor das Chaos ausbricht und sich alles verändert. Garion ist einer der vielen, mit heutigen Verhältnissen verglichenen, typischen Figuren, der perfekt im Lauschen ist. Auch wenn viel erzählt wird, ist mir nur sein konstantes Jammern und Zweifeln im Gedächtnis geblieben. Letztendlich hinterlässt er keinen bleibenden und eindeutigen Eindruck. Indes ist Pol ein sehr gut verständlicher Charakter, dessen Sicht ich gern gelesen hätte. Positiv ist die Darstellung der Vielseitigkeit des Landes Sendarien, wo sich ein Volk aus der Vermischung vieler entwickelt hat und dies zu Recht als etwas Normales angesehen wird. Hoffentlich erfährt man noch mehr über andere Länder, denn die unzureichenden Beschreibungen tragen nur mehr zum blassen Wesen der Welt bei, die anscheinend entlang eines Pfades mit Blick nach unten bewandert wird.

Fazit

Schlussendlich fühle ich mich bei diesem Buch an einen sehr in die Länge gezogenen Prolog einer endlosen Reise ohne fühlbare Bedrohung und auch an die übertriebene Aufteilung des „Der Hobbit“ in drei Filme erinnert. Für meinen Geschmack ist alles an dem Buch zu unkomplex und eintönig. Ich mag es, wenn während des Lesens ernsthaft das Denken und weiterführende Gedanken angeregt werden. Aus der Sicht eines anderen Charakters wäre es womöglich ein vollkommen anderes Buch geworden, dem ich weniger kritisch gegenüber stehen würde. Dennoch interessiert mich, wie sich die Reihe verändert und ob der Auftakt schlussendlich bessere Folgebände mit sich bringt, zumal das Ende die Geschichte endlich ins Rollen versetzt und die Idee großes Potential mit vielen spannenden Elementen trägt.


2,5/5 ★


Vielen Dank an den blanvalet-Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares.

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