Leseupdate: Januar 2021

Obschon im Januar nur zwei Bücher zusammengekommen sind, so wollte ich dennoch ein öfteres Update zu den gelesen Werken geben. Wahrscheinlich werde ich in näherer Zukunft zwei ausführlichere Rezensionen teilen, doch sei allgemein gesagt, dass es nicht der erwartete Start in das Literaturjahr gewesen ist und mag ich nicht recht glauben, dass wir schon in den Februar übergegangen sind.


Die Dame vom See
von Andrzej Sapkowski

Fünfter Band (The Witcher)

Klappenbroschur (640 Seiten)
Übersetzt von Erik Simon

Zum Buch

Mein ursprünglicher Gedanke war nicht nur, endlich die aus fünf Teilen bestehende Hauptreihe des Zyklus um den Hexer Geralt und Cirilla zu beenden, sondern auch, um einen guten Anfang des Lesens im neuen Jahr zu haben. Bezüglich des letzten Aspektes ging ich einem großen Irrglauben nach, denn hat sich der letzte Band zu dem wahrhaft enttäsuchendsten der Reihe entwickelt.

Teils mag dies an der Art des Schreibens liegen. Obschon Sapkowski einen teils angenehmen und markanten Schreibstil bestitzt, so ist die Art des Erzählens zu sprunghaft und kurzfristig. Wenn endlich wieder ein Kapitel mit Fokus auf Geralt oder Ciri auftritt – welche vergleichsweise selten oder für mein Interesse ungenügend oft sind -, so ist es ein reinstes Flickwerk aus Darlegungen der Gegenwart und Schnitten in die Vergangenheit, sodass der Lesefluss immer wieder abbricht. Hinzu kommen Seiten über Seiten mit vielen Figuren und Aufzählungen, denen man nur mit vollkommem wachen Geiste folgen kann, besitzt man schon wenig Begeisterung bezüglich eines Buchabschnittes, wobei die allzu reiche Anzahl an Figuren dennoch überfordernd sein kann, wenn man nicht gut mit Namen ist, den letzten Band vor zu langer Zeit gelesen hat und sich stets nicht sicher ist, ob es sich um eine neue Figur handelt oder doch eher um eine einst erwähnte.

Schließlich ist es kein unbedingt schlechtes Werk, aber habe ich nicht nur aufgrund der Seitenzahl lange bis zum Ende gebraucht, welches meiner Meinung nach ohne die letzten fünf Seiten angenehmer und passender für die ganze Saga gewesen wäre. Im Allgemeinen empfinde ich die Figuren und ihre Geschichten als mitreißend, aber nicht die Bücher an sich im Vergleich zu anderen.

A Court of Thorns and Roses
von Sarah J. Maas

Erster Band (A Court of Thorns and Roses)

Hardcover (432 Seiten)

Zum Buch

Entweder hätte ich dieses Buch kurz nach dessen Erscheinung lesen oder gar nicht erst zur Hand nehmen sollen. Für ein paar Jahre stand es immer auf meiner Liste, bis ich teils aufgrund des übermäßigen Hypes keinen Reiz mehr empfand, es selbst zu lesen. Nun aber trat es wieder in den Vordergrund, da eine Freundin und ich es doch gemeinsam lesen wollten.

An sich wäre es ein Auftakt, der mich nicht unbedingt begeistert, den man aber gut und schnell lesen kann, wenn man zuvor kein sehr detailreiches und tiefgründigeres Buch gelesen hätte, wenn man nicht in der Stimmung gewesen ist, kleinste Details zu analysieren und zu hinterfragen. Eins muss man dem Buch jedoch zu Gute halten – es kann wahrlich starke Gefühle hervorrufen und sei es in ähnlicher Art wie die plötzlich entflammte Rage der Protagonistin in manchen Absätzen.

In vielerlei Hinsicht empfinde ich die Handlung als wenig originell. Die Figuren eignen sich perfekt für Fanart, wie man offensichtlich sehen kann, weshalb ich auch irgendwann mit der Reihe fortfahren möchte, zumal der zweite Band wesentlich besser sein soll und es mich nicht wenig interessiert, weshalb viele Menschen Begeisterung empfinden. Außerdem hatte ich absolut ausgeblendet, dass es sich um ein Retelling verschiedenster Märchen handelt, worauf ich nur selten Lust habe, zumindest wenn es lediglich eine Ausrede für vorhersehbare Geschichten und einfache Auflösungen, wenig Begründungen und blumige Momente ist. Bezugnehmend auf düstere Seiten, blutige Szenen und Gewalt traut sich das Buch mehr und möchte es nichts verschönigen, doch werden Hunger und Armut hingegen wie die sogenannte Disneyvariation behandelt, wobei sogar Disney glaubhafter und realitätsbezogener in diesem Aspekt ist.

Hinzu kommt eine Protagonistin, die viele Züge einer Mary Sue und einer Helding ohne großes Nachdenken, mit Sturheit und Unfreundlichkeit, zeigt. Meine Abneigung zu Jude im ersten Band der Folk of the Air Reihe ist in Relation insignifikant und kann ich nicht umhinkommen, ACTOAR mit Cruel Prince zu vergleichen und all die Details und Vielseitigkeit in letzterem zu lieben.

Und dennoch, trotz all dem, trotz all der unschönen Dinge, möchte ich den zweiten Band lesen. Irgendetwas muss die allumfassende Hingabe vieler Leser für diese Bücher doch erklären können.


Zusammenfassend hätten es wie eh und je mehr Werke sein können, aber zumindest ist nun die Witcher-Reihe beendet, wenngleich mir noch zwei Nebenwerke fehlen, welche ich in nicht allzu ferner Zukunft in Angriff nehmen möchte, und in gewisser Hinsicht konnte das Jahresziel, in meinem Bücherregal verstaubende Werke hervorzuholen, die mittlerweile nicht mehr dort landen würden, erfüllt werden.

Der nächste Monat beziehungsweise der jetzige wird mit hoher Wahrscheinlichkeit Assassin’s Apprentice von Robin Hobb beinhalten und angesichts der Neuerscheinung von Rule of Wolves hoffentlich endlich Crooked Kingdom als auch King of Scars von Leigh Bardugo.

Da die Prüfungen anders oder online stattfinden werden, wird zumindest der Anschein erweckt, mehr Zeit zu haben.

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