Rezension: The Rose Society | Marie Lu

Autor: Marie Lu
USA 2015

Zweiter Band (The Young Elites)
416 Seiten
Verlag: G.P. Putnam’s Sons Books
Genre: Dark Fantasy/Young Adult

ISBN: 9780399167843

dt. Titel: Das Bündnis der Rosen
Übersetzer: Sandra Knuffinke, Jessika Komina

Zum Buch
Zum Buch (deutsche Ausgabe)

Inhalt

Adelina hat nur ein Ziel vor Augen: Rache. An der Inquisition, den weißen Soldaten, die sie beinahe getötet hätten, und an der Gemeinschaft der Dolche, von der sie verraten und verstoßen wurde. Unter dem Namen Weiße Wölfin sucht sie gemeinsam mit ihrer Schwester nach weiteren Begabten, um ein eigenes Bündnis zu schließen. Mit dessen Hilfe wollen sie der grausamen Verfolgung durch die Inquisition für immer ein Ende bereiten. Aber Adelina ist alles andere als eine Heldin. Ihre finsteren Kräfte entgleiten mehr und mehr ihrer Kontrolle. Verzweifelt kämpft sie gegen diese innere Dunkelheit an – und droht den Kampf zu verlieren.

Once upon a time, a girl had a father, a prince, a society of friends. Then they betrayed her, so she destroyed them all.

Prolog

Aufmachung

Wieder einmal sind Titel als auch Cover im Englischen perfekt. Obwohl Letzteres sehr simpel gehalten ist, zeigt es äußerst wichtige Momente in der Handlung des Buches und passt damit wundervoll. Der Wolf im Hintergrund (nur bei der gebundenen Ausgabe) ist ebenfalls eine Anspielung auf die Protagonistin, deren Young-Elite-Namen man schon im ersten Teil kennenlernte.

Die deutsche Aufmachung finde ich hingegen nicht sonderlich berauschend, was nicht nur an der unschönen Bearbeitung der Haare liegt. Der Titel kann als Übersetzung angesehen werden, wodurch er stimmig ist, aber die Farbgebung ist einen Stich zu Rosa, um möglicherweise als Blut angesehen zu werden. Die Stimmung des Buches ist wesentlich düsterer als das Cover es zeigt.

Eigene Meinung

Im Anschluss an den etwas enttäuschenden, doch wunderbar düsteren Auftakt griff ich nun nach der Fortsetzung, welche die dunkle Atmosphäre seines Vorgängers weiter verschärft.

Nach den Ereignissen und der fehlgeschlagenen Mission ist Adelinas einziger Ausweg die Flucht, doch plant sie schon ihre Rache an all jenen, die sie verfolgen, verraten und verstoßen haben. Gemeinsam mit ihrer Schwester sucht sie sich neue Anhänger, die ihr beim Kampf gegen ihre Feinde behilflich sein werden. Indes wird ihr innerer Kampf stärker und finsterer, ihre Kräfte scheinen ihr zunehmend zu entgleiten und alles und jeden zu gefährden.

Now, are you happy? Have you finally achieved all you set out to do? What will you do next, little assassin, with no one left to see you?

Seite 343

Wieder konnte mich die Marie Lu mit ihrer sehr bedrohlichen Atmosphäre packen. Es entsteht eine Geschichte, so anders als in vielen Bücher dieses Genres, mit erschreckenden Szenen und Momenten, mit einer düsteren und brutalen Stimmung. Mit einer Protagonistin, deren Entwicklung in eine ungewohnte Richtung geht und dabei vor allem die Entfremdung, ihr Verlust zur Realität und ihr Wahnsinn ein großartiges Ambiente schaffen. Fantastische Bilder werden erzeugt und ist der Schreibstil flüssig und fesselnd zu lesen.

Doch verdrängt Adelinas psychische Krankheit zunehmend eine wahrhaftige Handlung. Ich hatte in Hinblick auf die ganze Lektüre den Eindruck eine wenig tiefe Geschichte zu lesen. Zwar ist es eine überwältigende und rasante Erzählung, die hingegen das Gefühl von Nichts, etwas Blankem und Inhaltsschwachen zurücklässt. Den Inhalt könnte man in zwei Sätzen leicht zusammenfassen und hätte nichts Wichtiges dabei ausgelassen. Obschon sich Adelina gewissermaßen entwickelt und dadurch verändert, erfährt man wenig Neues vor allem bezüglich der Charaktere. Zwar werden signifikante Seiten und Ebenen der übernatürlichen Kräfte ausgebaut und die Möglichkeit der Existenz wahrhaftiger Götter rückt ins Licht, aber entweder lernt man Charaktere oberflächlich kennen oder ist ihre Art und Weise sehr schnell erdenklich, wodurch man sie nicht entdecken kann und damit konnte ich persönlich keine gute Bindung zu ihnen herstellen. Zumindest mir hat etwas Essentielles gefehlt, das dem Buch Tiefe und mehr als nur Atmosphäre gäbe.

I have never known the mind of a wolf hunting a deer, but I imagine it must feel a little like this: the twisted excitement of seeing the weak and wounded cowering before you, the knowledge that, in this instant, you have the power to end its life or grant it mercy. In this moment, I am a god.

Seite 182

Außer Adelina konnten mich nur wenige Charaktere reizen oder schlichtweg überzeugen. Sie ist eine ungewöhnliche Hauptfigur, die nicht für das Gute und Helle, sondern mehr für die Dunkelheit und Abwege steht. Andere handelnde Figuren haben nur wenig Eindruck hinterlassen. Zudem störte ich mich an den anstrengenden und redundanten Szenen sowie Dialogen, die man hätte umgehen können, hätte eine Person für einen Moment klare Gedanken gehabt, die Fassung bewahrt oder sich beherrscht.

Fazit

Diese Fortsetzung kann durchaus mit der von ihr erzeugten Stimmung brillieren und für manche auch mit ihrer Spannung. Persönlich empfinde ich die Handlung im Ganzen als recht schwach, aber muss dies nicht immer das Wichtigste eines Buches sein. Nachdem die Dunkelheit weiterhin angewachsen ist und das Ende viel verspricht, möchte ich dennoch den Fortgang und das Finale der Geschichte erfahren.


3/5 ★


Ich kann mich noch entsinnen, dieses Buch in einer sehr seltsamen Stimmung vor zwei Jahren gelesen zu haben (diese Rezension entstand kurze Zeit darauf), weshalb meine Meinung negativer ausgefallen sein mag als sie es bei einem erneuten Lesen sein würde. Unabhängig von Band 1 und 3 möchte ich diesem gern eine erneute Chance geben.

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